22 | 04 | 2018

Paradiesäpfel, gepflückte Blumen und en dick Fleischworscht

CVW Bobbe boten eine grandiose Damensitzung mit vielen Männerballett-Einlagen und tollen Vorträgen

Eine wahrlich grandiose Sitzung boten die Bobbe des CVW dem außerordentlich gut gelaunten und sehr aufmerksamen Publikum in der Brentanoscheune. Mit von der Par­tie waren auch Narren und vor allem viel männliche Tänzer der Rauentha­ler Reschhinkel, aus Hallgarten, aus Taunusstein und der Mainzer Fast­nacht. Zusammen mit den Aktiven des gastgebenden CVW bot man ein Pro­gramm, dass bei über 150 „Rheingau­er Bobbe" für Furore sorgte. Gut ge­launt und witzig leitete Sitzungsprä­sidentin Anita Basting die vor 15 Jahen vom Winkeler Carnevalvereines Narrhalla ins Leben gerufene „Bob­besitzung". längst ist die Frauensit­zung echter Kult und auch am Diens­tag feierten die „Bobbe" in der Brenta­noscheune mit geradezu überschäu­mendem Temperament, ausgelasse­ner Stimmung und viel Kokolores mit ihren Gästen aus dem gesamten Rheingau ihre Fastnacht.

Über fünf Stunden tobte der Bär auf der Bühne des CVW, aber auch im Pu­blikum. Bei fast jedem Musikstück standen die Bobbe auf und sangen, schunkelten und klatschten kräftig mit. Sitzungspräsidentin Anita Basting und die CVW-Garde zogen gemeinsam mit dem „Elferrat", der bei den Bobbe doppelt so viele Mitglieder zählt, ein. Anita Basting ließ die Damen im Saal wieder feierlich auf das gemeinsame Fastnachtsfeiern der Bobbe schwören. Diese närrische „Vereidigung" ist nicht nur äußerst witzig, es ist auch beeindruckend, wenn fast 200 Frauen die Finger zum Eid hoben und zum Beispiel den „Diäten abschwören" oder auf die „weiblichen Reize" schwörten.

Die Chose auf der Bühne eröffnete dann die CVW-Garde mit einem prachtvollen Gardetanz in tollen Kos­tümen und sicherten sich damit den begeisterten Beifall des Publikums für diese sehenswerten Darbietung.

Musikalisch ging es dann weiter mit den Liedertafel Singers, die „Über das schönste Dorf im Rheingau" Lobeshymnen sangen: ,,Des beste am Ort ist natürlich der gute Wein, von dem die Damen immer ein Fläschchen im Schrank stehen haben. Auch das Angebot an Sport ist riesig in Hallgarten: Was wunderbar ist, hier im Ort, ist des Riesenangebot an Sport. Fußball, Badminton, Tennis, Leichtathletik, Gymnastik für die Körperästhetik, Tischtennis, Turnen, Volleyball, Sturzprophylaxe für den sicheren Fall, Tan­zen für Könner und für Beginner, es gibt für Erwachsene was und aach für die Kinner". Egal ob Weinfest, Fast­nachtszug oder der eigene Verein, al­les wurde besungen, aber auch ein Manko wurde aufgedeckt: ,,Es gibt koon Doktor und aach koon Discoun­ter in Hallgaarde. Willst du paar Hall­gardener Leit mol sehn, musste uff de Friedhof odder noch Eestrich nunner gehn. Host du dann alles erledigt do unne im Tal, bist völlig erschöpft, dir ist alles egal. Siehst uffm Haamweg von weitem schon die Zang, dann weißt du: Jetzt dauert's nit mehr lang. Gleich bin ich widder in Hallgaarde uff de Höh. Naa, in Eestrich unne is es werklieh nit schee".

Dann war wieder eine besondere Augenweide angesagt: Zum ersten Mal traten die „Sparkling Diamonds", eine Tanzgruppe aus den Reihen der Lie­dertafel mit einer sehr schöne Darbie­tung bei den Bobbe auf: ,,The Spark­ling Diamonds" waren in Argentinien auf der Jagd nach Juwelen. In tollen Charleston-Kostümen die „Räuber" über die Bühne und lieferten sich mit den „Sparkling Diamonds" eine tolle Choreographie in wechselnden Formationen.

Für Lachtränen sorgte das närrische Zwischenspiel von Tanja und Patrick Halbritter: Die Geschwister spielten Schach auf der Bühne. Doch wäre Pa­trick ernsthaft das Königsspiel spielen wollte, hatte seine Schwester Tanja davon keine Ahnung: ,,Wo sind denn die Würfel?" - ,,Würfel, die gibt es bei Schach nicht" - ,,Dann spielt Du es an­ders als ich". Als Tanja dann auch noch den ersten ,,Zug"' machen sollte und wie eine Dampflokomotive über die Bühne fegte, war der Saal nicht mehr zu halten.

Keine Gnade gab es für die Lachmus­keln des Publikums, denn schon stürmte das nächste Männerballett die Bühne: Die „Men Show of TCV" von den Taunussteiner Gockel kamen „Hutmacher" mit einem leuchtendem Thron und harten Beats direkt aus dem Wunderland und ließen die Büh­ne wahrlich erbeben. Als die Hutma­cher sich dann auch noch auszogen und in "Johnny Däpp" mit rosa Achselshirt und Hotpants verwandelten, gab es kein Halten mehr. Unheimlich beeindruckend war der akrobatische Tanz mit vielen Hebefiguren.

Als „Feuerwehrfranzl" hatte auch Franz-Georg Eger so manchen zwei­deutigen Einsatz der freiwilligen Helfer dokumentiert. Als echter Feuerwehr­mann, Eger gehört den Mittelheimer Floriansjüngern an, wusste er auch genau, was närrische Frauen lieben und hatte seiner Schwiegermutter, ,,Jetzt weiß ich auch, warum es „Mit­gift" heißt, zu Weihnachten einen Gut­schein für eine Bestattungsinstitut ge­schenkt.

Mit heißen Feuerwehrleuten ging es dann auch direkt weiter: Das Männer­ballett „Die Hallgartener Haalebeern" kam diesmal in der Montur von Feuer­wehrmännern gab es einen fetzigen Tanz mit Feuerwehrleitern und eine tolle Performance mit Neonfarbe als Zugabe, die alle von den Stühlen riss. Der absolute Höhepunkt des Abends war der fulminante Auftritt des be­kannten Mainzer Stimmenimitator Harry Bogner: Als Straßenmusikant mit nur einem Lied „Sag mir, wo die Blumen sind" im Repertoire präsen­tierte er dieses Lied in genialen Varia­tionen von den Prinzen, Udo Linden­berg, Heino, Reinhard May, Roger Whitaker, Herbert Grönemeyer und vielen mehr und brachte den Saal so zum Toben, das er selbst mehrfach um Ruhe bitten musste. Die Weiber feier­ten den Straßenmusikanten mit gleich mehreren stehenden Ovationen nach jedem Lied.

Damit immer noch nicht genug, krönte das Rauenthaler Männerballett „Die Berscheboebbscher'', die ·als kesse Stewardessen Wodka-Wackelpudding an das Publikum und den Elferrat ver­teilten und tänzerisch Sicherheits­anweisungen gaben, die angesichts der kecken Kostüme auch notwendig waren. Natürlich ließen die Stewar­dessen dann aber doch noch die „Hül­len fallen" und entpuppten sich in der Zugabe als heiße Areobic-Girls in sil­bernen Hotpants. Die Damen im Saal waren von dem fetzigen Tanz mit akro­batischen Hebefiguren einfach restlos begeistert.

Ein weiteres Highlight war der nach der Pause der Auftritt der Showtanzgruppe „Blind Temptation": Die Tänzerinnen der Rauenthaler Reschhinkel präsentierten mit ihrem Ausflug ins Paradies und einem tänzerischen Streit um den biblischen Apfel in Best­form. Kein Wunder, das dieser Tanz die 16-köpfige Gruppe direkt in die 2. Bundesliga katapultierte. Mit wunder­baren Hebefiguren und großer Akro­batik brachten die Künstlerinnen einen mehrteiligen Tanz auf die Bühne, der fernsehreif war.

Kokolores vom Feinsten präsentierte die beiden CVW-Aktiven Susanne und Michael Schäfer mit einem Blick in die Zukunft des gläsernen Menschen: Su­sanne wollte nur telefonisch eine Piz­za bestellen, doch die Pizza-Bäckerin (Michael Schäfer präsentierte sich in einem köstlichen Kostüm) war nicht einverstanden mit der Bestellung, die von der Krankenkasse der Kundin nicht abgesegnet werden würde, auch die Diätbuch-Bestellungen im Internet brachte die Pizza-Bäckerin an und wusste auch genau über den Konto­stand Bescheid, der eine teure Pizzalieferung sowieso nicht zuließe. Einen sehr lustigen Sketch mit einem Funken Wahrheit hatte das Ehepaar Schäfer abgeliefert.

Schließlich schossen die sechs Clowns aus Bretzenheim an der Nahe den Vogel ab: In einer fast 20-minütigen Tanzshow wirbelten die jungen Herren in tollen Dschungelkostümen mit echtem Trommelwirbel über die Bühne, dass die ganze Brentano­scheune ins Wackeln kam. Mit akroba­tischen Hebefiguren zeigten die taffen Tarzans in diesem Tanz, die sich dann in Affen verwandelten, die der „Heili­gen Banane" huldigten, und brillierten mit einer Choreografie, die selbst im Fernsehen zum Besten der diesjäh­rigen Kampagne gehören könnte.

Dann waren wieder zwei Vollblutnarren aus dem CVW mit puren Kokolores dran: Brigitte Mitteldorf als Leiterin der Reitschule „Gut Sitz" traf auf den Winzer Bärbel Freudenschuss, der im Heiratsinstitut eine Frau suchte. Die köstlich komischen Missverständnis­se, zu denen es unweigerlich kam, sorgten für echte Lachtränen: ,,Sind Sie Anfänger oder haben Sie schon mal? Sie werden Spaß daran haben, vor allem später, wenn Sie es im Park tun". Die närrischen Missverständnis ließen die Bobben toben.

Dann ging es mit einem wundervollen Tanz der CVW-Gruppe „Tanzschläppchen" weiter. Die elf Damen in tollen Kostümen, die im Schwarzlicht aussa­hen als tanzten kleine Strichmänn­chen, sorgten mit einer Michael Jackson-Show für Furore und servierten einen exklusiven Augenschmaus für den es Riesenbeifall gab.

Zu später Stunde präsentierte sich dann mit Mathias Bott, dem Sitzungs­präsidenten des Mainzer Narrenclub noch mal ein Ass in der Bütt: Als „en dick Fleischworscht" punktete er schon mit seinem Kostüm und noch viel mehr mit seiner gewaschenen Re­de vom Leben einer Fleischwurst und was sie so alles erleben muss.

Zum krönenden Ausklang hatte es das CVW-Männerballett prächtig verstan­den, die Bobbe mit einer lustigen Tanz­vorführung noch einmal von ihren Stühlen zu reißen: Zunächst waren die in weißen Bademänteln in den Saal gestürmt. Doch dann ließen sie ihre Hüllen fallen und animierten das Publi­kum in bunten Hippie-Kostümen zur „Boney M-Show" zum Mitsingen und im Takt Mitklatschen. Mit ihrem un­schlagbaren Rhythmusgefühl ließen sie die Lachtränen nur so fließen und läuteten so schließlich im ersten Mor­gengrauen das Finale der CVW-Bob­besitzung ein. Alle Akteure kamen noch einmal auf die Bühne. und ließen sich von den restlos begeisterten Bob­be im Saal gebührend feiern.

Absolute Spitze war Stimmenimi­tator Harry Borgner.
Eine wundervolle Tanzshow zeigte die Rauenthaler Gruppe „Blind Tempta­tions".
Die CVW-Bobbe ließen es in ihrer Sitzung krachen.
Die Men Show of TCV rockte als Hutmacher die Bühne.
Die Stewardessen der Rauenthaler Berschebobbscher brachten die Damen in Rage.
Die Sparkling Diamonds gaben ein gelungenes Debüt bei der Bobbesitzung.
Kam als Fleischworscht in die Bütt: Matthias Bott, der Sitzungsprä­sident des Mainzer Narrenclub.
Köstlich: Tanja Halbritter machte beim Schach mit Bruder Patrick den ersten Zug.
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